Lernen vom realen Profi

Lohnt es sich, in Zeiten von YouTube und Co. in einen Fotoworkshop zu investieren? Ja, das tut es! Gut organisiert in einem kleinen Kreis Gleichgesinnter, lernt man unter Anleitung von wirklichen Könnern und das ist allemal sein Geld wert! Äußerst wertvoll ist auch das Netzwerk, das man sich im Laufe der Zeit aufbaut.

Selbstverständlich sollte man sich vorher gründlich über einen Fotoworkshop und deren Anbieter informieren. Auch hier gibt es Licht und Schatten.

Hersteller, Fotohändler oder Profi

Fast alle großen Kamerahersteller bieten über ihre Academy Fotoworkshops für so gut wie alle fotografischen Genres an, was natürlich spezifisch auf deren Kameras ausgelegt ist. Fotohändler bzw. Berufsfotografen, die Workshops anbieten, sind hier breiter aufgestellt. Meine Erfahrung zeigt, dass es sowohl preisliche, wie auch qualitative Unterschiede gibt. Die wichtigsten Kriterien für mich sind eine limitierte Teilnehmerzahl, eine gute Organisation, sowohl vor wie auch während des Workshops und eine genaue Beschreibung, welche Lerninhalte angeboten werden.

Ein kleiner Erfahrungsbericht

Ich habe schon einige Fotoworkshops absolviert. Für meinen ersten Workshop bezahlte ich Lehrgeld. Günstig, aber mit ca. 30 Teilnehmern, hätte man sich das Geld sparen können. Das heißt aber nicht, dass das nicht geht.

„Bildbesprechung und Analyse“ war ein weiterer Workshop. Jeder der 25 Teilnehmer/-innen konnte vorab vier Aufnahmen jeglichen fotografischen Genres einreichen, jede einzelne wurde besprochen. Das war einer der besten Workshops, die ich zum Thema Bildgestaltung besucht habe.

Dass ich als Canon-Fotograf keinen Workshop eines anderen Herstellers besuche, versteht sich von selbst. Deswegen habe ich hier auch keine Erfahrungen. Obwohl, interessant wäre es…

Canon-Workshop auf dem Hockenheimring

Da ich gute Erfahrungen mit der Canon-Academy gemacht und mich ausschließlich auf die Sportfotografie spezialisiert habe, buchte ich einen Fotoworkshop für das AF-System der Canon-Kameras am Hockenheimring in Zusammenarbeit mit der Fotogena GmbH und Speer-Racing. Die Buchung war mit wenigen Mausklicks erledigt. Alle nötigen Unterlagen mit wichtigen Informationen und Dokumenten wurden wenige Tage vor Beginn des Workshops per E-Mail zugestellt. Die Organisation erhält hierfür fünf Sterne.

Angekommen am Ring, traf man auf einen gut gelaunten und kompetenten Canon-Trainer Michael Rogosch, sowie den Organisator Gerd Krier von der Fotogena GmbH der sich wirklich um alles und jeden gekümmert hat. Für das leibliche wohl wurde auch bestens gesorgt. Getränke, Obst, Snacks und Mittagessen – alles da!

Theorie ist aller Anfang

Nach der Begrüßung und der Roadmap des Tages wurde im theoretischen Teil die generelle Arbeitsweise des Canon-AF-Systems (Phasen-Detektion, AF-Prädiktion) erklärt, um dann im Folgenden auf die streckenbezogenen Einstellungen der AF-Konfiguration (AF-Cases Voreinstellungen und Parameter) einzugehen. Zu diesem Thema hätte ich mir persönlich etwas mehr Tiefe gewünscht, was aber in Anbetracht der Modellvielfalt der Kamerabodys weniger Zeit zum Fotografieren und mehr Theorie bedeutet hätte. Jeder wollte natürlich raus auf die Strecke

Fragen zu Kameras, Objektiven, Stabilisatoren oder Stativeinsatz wurden während der Theorie, in den Pausen oder auf der Strecke beantwortet. Ebenfalls wurden auch Fragen zu Canons neuen DSLMs beantwortet. Wie bei Canon-Workshops üblich, steht eine Auswahl an Kamerabodys und lichtstarken Teleobjektiven aller Brennweiten zum Testen zur Verfügung.

Kurz vor dem praktischen Teil erfolgte eine Sicherheitseinweisung durch die Rennleitung von Speer-Racing, dem Veranstalter der Motorradrennen am Hockenheimring.

Die Natur des Rennsports ist Geschwindigkeit und Dynamik. Um diese im Bild festzuhalten, wurde bei diesem Fotoworkshop ausschließlich die Technik des „Mitziehens“ mit verschiedenen AF-Einstellungen trainiert. Michael Rogosch gab hier wertvolle Tipps zu Belichtung, AF, Fokussierung und Perspektive aus seinem Erfahrungsschatz. Für mich war das ein Workshop wie er sein sollte – sehr gut organisiert, ein kompetenter Trainer, man hat einiges gelernt und hatte sehr viel Spaß!

Zum Schluss noch herzlichen Dank an den Streckenposten der Nordkurve – Du warst der Hammer!