Die Faszination des Augenblicks

Herausforderung Sportfotografie – ein gutes Sportfoto zeigt den Einsatz der Sportler*innen, einzeln oder im Team und gibt die Atmosphäre des Wettkampfes wieder. Es zeigt Kraft, Willen, Verbissenheit, Emotionen wie Freude und Enttäuschung über Sieg oder Niederlage oder auch Lustiges. Nicht zu vergessen, das Randgeschehen, Trainer, Betreuer und natürlich die Fans. Diesen speziellen Augenblick zu erfassen, ist die Essenz der Sportfotografie. Die Ballübergabe des Quarterbacks an den Runningback, den Moment indem der Receiver den Ball im Sprung aus der Luft pflückt oder zum Touchdown in die Endzone legt oder Cheerleader die zu dröhnenden Klängen aus den Lautsprechern die Fans anheizen, um nur einige zu nennen.

Demgegenüber stehen die technischen Voraussetzungen um diese Situationen festzuhalten. Schlechte Licht- und Wetterverhältnisse, schnelle Bewegungen oder die Bewegungsfreiheit des Fotografen, begrenzen die fotografischen Möglichkeiten. Machbar ist dies nur durch ein, besser zwei Kameras die die nötigen Voraussetzungen mitbringen, Lichtstarke Objektive im Brennweitenbereich von 16-400mm, sowie ein stabiles Monopod am besten aus Karbon.

Eine gewisse körperliche Fitness gehört auch dazu. Stundenlanges fotografieren in den unterschiedlichsten Positionen kann anstrengend sein, auch weil das Fotoequipment nicht gerade leicht ist. Ein American Football Spiel kann schon mal mit Vorprogramm und Siegesfeier vier Stunden dauern.

Die Macht der [Kamera] Technik

Eine neue Kamera oder ein lichtstärkeres Objektiv machen keine besseren Bilder. Das hört oder liest man immer wieder. Das ist Unsinn, denn es stellt sich in dem Moment die Frage was sich verbessert. Heute kann man unter Bedingungen fotografieren, da hätte man vor Jahren nicht mal dran gedacht, die Kamera auszupacken. Das bezieht sich auf alle Genre, insbesondere der Sportfotografie. Um ein Beispiel zu nennen: Die Möglichkeit, ‘den Augenblick‘ zu erwischen und das noch in bestechender Qualität, ist bei Kameras, die über eine hohe Serienbildgeschwindigkeit, sowie einen sehr schnellen und präzisen Autofokus verfügen, ungleich höher, was einzig der technischen Weiterentwicklung geschuldet ist.

Den Charakter der Sportart zeigen

Grundlagen, wie Bildaufbau und das Zusammenspiel von Blende, Zeit und Brennweite muss man beherrschen. Auch seine Kamera mit all seinen Möglichkeiten bedienen zu können ist ein Muss. Man hat keine Zeit, sich Gedanken über Kameraeinstellungen oder sonstiges zu machen, da bei der Sportfotografie Bruchteile von Sekunden darüber entscheiden, ob man ‚den Moment‘, der den Charakter der Sportart ausmacht, ablichtet. Viel üben gehört dazu. Nicht wenige Bilder landen am Anfang  in der elektronischen Tonne.

Ein exakter Bildaufbau lässt sich in der Sportfotografie nur bedingt umsetzen. Möglich ist das bei Sportarten, die immer den gleichen Ablauf haben und man vorher weiß, was kommt. Also ein Hochspringer der immer denselben Weg geht und springt oder ein Rennwagen, der die Kurve immer gleich anfährt. Unter solchen Bedingungen lässt sich die Bildaussage mit den bekannten fotografischen Mitteln fast frei gestalten.

Bei Sportarten, bei denen nichts bzw. wenig vorhersehbar ist, wie z.B. beim American Football, wird die Sportfotografie zur Herausforderung. Mit Mitteln, wie Perspektive, Bildwinkel, Brennweite, Blende und Zeit, kann man einiges machen, doch Sportler*innen im Wettkampf an der gewünschten Position im Bild zu bekommen dürfte schwierig sein. Eine Möglichkeit wäre es, sich hier zu entscheiden eine*n bestimmte*n Sportler*in in den Fokus zu nehmen und mit der Kamera ständig zu verfolgen. Hier kommen dann zwei Dinge ins Spiel. Erfahrung und die Spielregeln, auch wenn es beim letzteren verschiedene Meinungen gibt.

Der Weg zu besseren Sportfotos

Man sollte auch nicht sofort jede Sportart ablichten wollen, das wird im Regelfall nichts. Gut wird man nur, wenn man sich auf wenige Sportarten konzentriert, was aber nicht heißt, dass man nach einer gewissen Zeit auch andere Sportarten ablichtet. Fotografiert man ein Team, eine*n Sportler*in über längere Zeit, knüpft man Kontakte und lernt sich kennen. Man sammelt Erfahrungen über die Sportler*innen und deren Sportart, bei der man die Regeln derselbigen kennen sollte. Diese Erfahrung ist wertvoll und bringt so manches herausragendes Sportbild hervor.

Man sollte auch nichts dem Zufall überlassen. Vorbereitung ist die halbe Miete. Die Location vorher besuchen, wenn das möglich ist. Auf Besonderheiten achten, wie z.B. Hindernisse oder Positionen, die vielversprechend sein könnten, ebenso das Licht zur Wettkampfzeit. Auch ein Besuch vorab, ohne Kamera, lohnt sich, da man sich das Geschehen vorab in Ruhe ansehen kann. Auch sollte man sich auch nicht nur auf das sportliche Geschehen konzentrieren. Lohnende Motive finden sich auch auf Nebenschauplätzen. Trainer, die ausflippen, trommelnde, kreischende Fans und vieles mehr.

Sportfotografie ist eine Herausforderung für den Fotografen und erfordert ein hohes technisches und fotografisches Wissen sowie konzentriertes und reaktionsschnelles Arbeiten. Doch das Wichtigste ist, niemals jemanden oder sich selbst zu gefährden nur um das ‚geilste Bild‘ zu bekommen.